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Pulsschlag der GFA

Was ist schon Qualität? Eine kritische Abrechnung mit Qualität und Qualitätsmanagement.


Veröffentlicht am 11.11.2017, 09:04 Uhr, von Franziska Papke im Themenbereich Gesundheitswesen

Der Wandel von QM-Kontrollettis hin zur Organisationsentwicklung.

Schon gemerkt?

Der erste Teil des Titels dieses Beitrags ist provakant. Mit den folgenden Ausführungen werden die Begriffe Qualität und Qualitätsmanagement erläutert. Die angekündigte Abrechnung mutiert zu einer eher kritischen Auseinandersetzung mit Fokussierung einer zeitlichen Dimension. Auf "gut" Deutsch: Eine kurz geraffte Zeitreise zur Darstellung der Entwicklungen des Qualitätsbegriffs und des Qualitätsmanagements.

Ausgehend von der Gegenwart soll hierbei ebenso ein Ausblick auf das Qualitätsmanagement von morgen gewagt werden - quasi der Umgang mit Ungewissheit als so genannte "Kaffeesatz-Leserei".

Sicherlich sind sie Ihnen auch schon begegnet: die umgangssprachlichen Erläuterungen, was Qualität so alles sein könnte: "Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt und nicht das Produkt" oder "Qualität ist, wenn etwas so ist, wie es sein soll" sind zwei ausgewählte Beispiele für den Versuch, den Qualitätsbegriff mit Bedeutung und Sinn zu versehen.

Dabei sind die Begrifflichkeiten und die Anforderungen betreffend Qualität und Qualitätsmanagement seit mehreren Jahren mit weltweiter Gültigkeit verbindlich normiert. Gemäß der DIN EN ISO 9000:2015 ist Qualität der "Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale (...) eines Objekts (...) Anforderungen erfüllt." Dabei scheint "die Qualität" mit etwas "Gutem" oder "Positivem" assoziiert zu werden.

Was immer dieses auch sein könnte, scheint eine Frage der Beobachtung, Beschreibung und Bewertung des Beobachters. Vor diesem Hintergrund heißt es auch umgangssprachlich: Qualität liegt im Auge des Betrachters. Konkreter könnte es heißen: Qualität entsteht durch Beobachtung.

Das Engagement für "die Qualität" der Pflege, Betreuung und Versorgung der uns anvertrauten Seniorinnen und Senioren, die oftmals von einer persönlichen Situation von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, Veränderungen der gewohnten und vertrauten Lebensführung, Einschränkungen der eigenen Selbstständigkeit, Einschränkungen der selbstbestimmten Lebensführung, Verlust von Individualität und Intimität und der Abhängigkeit von Professionellen geprägt sein kann, eine Herzensangelegenheit.

Hierfür bedarf es der Leidenschaft und der Kompetenzen aller GFA ler, denn das Gelingen von Qualität in einer modernen Form der Altenpflegearbeit ist immer das entstehende "Werk" aller Mitarbeitenden. Qualität geht uns somit alle an! Qualität ist Teamarbeit und nicht das "Werk" von Spezialisten und spezialisierten Abteilungen.

Hierbei bedarf es einer Einstellung, dass es der alte Mensch verdient hat, eine Pflege, Betreuung und Versorgung zu erfahren, die ihn schon im ersten Anlauf zufrieden stellt- also: schon beim ersten Versuch solls passen, muss für alle GFA ler die Devise sein. Hier geht es schon lange nicht mehr um ein Pflegeverständnis a la "Sauber-Satt-Trocken", sondern um mehrdimensionale Anforderungen des älter gewordenen Menschen:



Die Abbildung skizziert Überlegungen, was einem älteren Menschen, der Pflege, Betreuung und Versorgung als Dienstleistungen unserer GFA in Anspruch nimmt, wichtig sein könnte. Deutlich wird hier, dass die Einhaltung des so genannten Standes der pflegefachlichen Kunst nur Mittel zum Zweck sein kann, um beispielweise das körperliche Wohlbefinden sicherzustellen.

Ob hierbei nun von der Pflegekraft beispielweise der geplante Lagerungszyklus eingehalten wird oder die augenscheinlich erforderliche Trinkmenge exakt berechnet wurde, ist dem alten Menschen ... wurscht.

Das Qualitätsmanagement im nationalen Sozial- und Gesundheitswesen von morgen wird wohl zweierlei sein: entspannter und psychosozialer. Hierbei wird es wieder mehr um den Aspekt einer anschlussfähigen Kommunikation als verbindendes Element gehen, als um das korrekte Ausfüllen von Formblättern. Dieses ist eine Herausforderung von nicht geringer Bedeutung, da die formale Kommunikation und die informellen Interaktionen erst unsere Einrichtungen in Erscheinung treten lassen.

Ich beobachte, dass sich dieser Wandel bei der GFA seit ein paar Jahren - langsam und stetig - vollzieht, und das ist auch "gut" so! Noch zu keinem Zeitpunkt in unserer Geschichte gab es so vielfältige Entwicklungsinitiativen und Veränderungsprozesse aus der mittleren Führungsebene und aus der alltäglichen, operativen Basisarbeit heraus.

Für uns große und bedeutende Meilensteine waren so in der jüngsten, vergangenen Gegenwart die Entwicklung, Einführung und Etablierung des jährlichen GFA Best Practise Tags, dem internen Qualitätspreisverfahren GFA Goliath, der jährlichen GFA Konferenzen, dem GFA CIRS, der GFA Lotte, der damit radikalen Verschlankung der Pflegedokumentation und Verbesserung der zeitlichen Ressourcen für die Arbeit mit und am Bewohner, die Einführung von EDV in den Pflegeprozess sowie eines Anerkennungs-, Wertschätzungs- und Belohnungssystems, für besondere Verdienste und Leistungen von einzelnen Mitarbeitenden und ganzen Teams sowie der erneuten Wiederannäherung von ambulanter, teil- und vollstationärer Altenpflegearbeit.

In der Gegenwart sind neuere Entwicklungen wie die wohl prägenden Projekte "Veränderte Tagesabläufe und neue Arbeitszeiten", "Therapeutische Pflege", "GFA Akademie" und "Regionale Versorgungssysteme" zukunftsweisend für eine noch kunden- und bewohnerorientiertere Gestaltung unserer Altenpflegearbeit.

Zudem dürfen alle diese Entwicklungen und Veränderungen im Rahmen des GFA Projektmanagements durch das GFA Qualitätsmanagement moderiert und begleitet werden. Und so vollzieht sich ein weiterer Wandel: Von QM-Kontrollettis hin zur Organisationsentwicklung - eine spannende Zukunft hat begonnen.

Martin Köning
(QMB GFA mbH)


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